Olaf Rahardt
Heimfahrt über den Atlantik
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Der letzte Blick zur Küste Nova Scotias. Rund eine Stunde nach dem Verlassen von Halifax zieht sich auch das Land immer weiter zurück und knickt schließlich vollends nach Süden ab. Bis hierher herrschte herrlichster Sonnenschein. Aber ganz links im Hintergrund sieht man schon die Fernsicht durch Nebel getrübt. |
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Unten: Kaum draußen auf See, umgab dichter Nebel die KARLSRUHE und nahm jede Sicht. |
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![]() Ganze drei Tage fuhren wir so inmitten undurchdringlichen Nebels. Immer einen Mann auf der Back. Denn hier konnte man unter Umständen eher etwas unbe- kanntes hören als andere Fahrzeuge sehen. Gelegentlich dröhnte auch unser Typhon in den Nebel hinein um auf uns aufmerksam zu machen. Trotz moder- ner Navigationstechnik auf der Brücke bleibt bei solch unsichtigem Wetter immer ein Restrisiko kleine Objekte zu übersehen und damit zu kollidieren. |
Unten: Nachdem sich das Schiff in den letzten Tage mit gleichmäßigen Rollbewegungen vorwärts bewegt hatte, sorgte der Wind der auch den Nebel wegblies, für heftigen See- gang und eine andauernde Schaukelei. |
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Anfangs war man noch froh darüber, dass der Nebel endlich weg war und man wieder See sehen konnte, entwickelte sich das über Tage andauernde, permanente Rollen des Schiffes letztlich als ebenso unangenehm und raubte einem so manche Nacht den Schlaf. |
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Oben: Längsgang im Zwischendeck Unten: Zum Malen ist auf einem Kriegsschiff sehr, sehr wenig Platz. Kammer und Arbeits- platz müssen sich zwei Mann teilen und die Lichtverhältnisse sind auch bescheiden. |
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![]() Trotzdem konnte ich während der Tage im Atlantik genug Zeit finden um Gemälde an- zufertigen. Einige für Besatzungsmitglieder, andere für eine Benefizversteigerung an Bord, zugunsten eines Kinderheimes in der Patenstadt KARLSRUHE. Unten links: Die Reiseroute von Halifax nach Wilhelmshaven. |
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Oben: Delphine spielen in der Bugsee und begleiten uns so einige Zeit lang. Gott sei Dank hatte auch die nervtötende Schaukelei einmal ein Ende und das Schiff lief mit Rückenwind und schiebender See Europa entgegen. |
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Oben: Nachdem wir die zurückliegenden Tage im Atlantik nicht ein anderes Schiff zu sehen bekommen haben, wird es am Eingang zum Englischen Kanal schon betriebsamer auf See. So kann man auf den Fregatten der Klasse 122 den seltenen Luxus genießen, dass man von der Back in der Offiziermesse aus dem Fenster schauen und Schiffe beobachten kann. |
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An der engsten Stelle des Kanals, zwischen Dover und Calais, wird es richtig eng. Auf dem Radarbild unten links zeigen die grünen Schiffsnamen die vielen Fahrzeuge die mit uns, auf Gegenkurs, oder von den Küsten her kommend, die Wege kreuzen. Oben: Blick zur französischen Küste nahe Calais. |
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Am Montag, dem 12. Juli war es dann geschafft. Bei sommerlichen Temperaturen erleben wir den letzten Abend auf See. Am nächsten Morgen ist für 10.00 Uhr das Einlaufen im Heimathafen geplant. Rund dreitausend Seemeilen liegen dann seit Halifax hinter uns. |
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![]() Oben: Unmittelbar vor der Hafeneinfahrt in die "Vierte Einfahrt", dem Marinestützpunkt in Wilhelms- haven. Kurz nach zehn waren die Leinen fest und viele ereignisreiche Tage an Bord gingen zu Ende. Die Besatzung war natürlich heilfroh darüber, dass sie nach der dreimonatigen Seefahrt wieder zu Hause war. Und so ist es nicht verwunderlich, dass trotz dessen, dass es Dienstag war, viele Familienangehörige an der Pier warteten um ihre Seemänner wieder in Empfang zu nehmen. |
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Nach der Rückkehr entstanden noch einige Gemälde zum Thema. So entstand in den Folgemonaten unten gezeigtes Temperagemälde der Flottenparade. Es zeigt den Moment als die Queen an Bord der ST'JOHNS die KARLSRUHE passiert und von deren Besatzung mit dreimaligen Hurra-Rufen begrüßt wird. Rechts im Hintergrund die SPESSART. |
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